Das Wetter auf Gran Canaria: Monate und Regionen um deinen Urlaub zu planen

playa de las canteras en gran canaria

Das Wetter auf Gran Canaria bzw. auf allen Kanarischen Inseln ist das ganze Jahr über sehr stabil und angenehm, weshalb die Insel auch als „Insel des ewigen Frühlings“ bekannt ist. Die Tage sind normalerweise sonnig, mit vielen Lichtstunden und milden Temperaturen und ohne größeren Schwankungen.

Trotzdem empfehle ich dir, diesen Artikel sehr gut durchzulesen. Aufgrund der Lage der Insel und der direkten Einwirkung der Passatwinde wird sie auch als „Miniaturkontinent“ bezeichnet. Dies ist auf die klimatische, geographische Vielfalt und ihrer Flora und Fauna zurückzuführen. Es ist sehr wichtig, diese Besonderheiten zu kennen, um deinen Urlaub erfolgreich planen zu können.

Table Of Contents

Allgemeines Klima auf Gran Canaria

Auf Gran Canaria ist es ziemlich kompliziert die Jahreszeiten, so wie wir sie kennen, zu bestimmen, deshalb sagen die Kanaren, dass sie immer in einem ewigen Frühling leben. Das Wetter auf Gran Canaria hängt stark von der Region ab, in der du dich befindest, aber im Allgemeinen schwanken die Temperaturen das ganze Jahr über zwischen 16ºC und 28ºC und es gibt praktisch keinen Regen.

Durchschnittsklima Gran Canaria

Wenn wir zwischen Sommer und Winter unterscheiden, haben wir auf Gran Canaria folgendes Wetter:

Sommer (Juni bis Oktober): Mindesttemperaturen von 21ºC und Höchsttemperaturen von 27ºC, wenig Wolken, kein Regen und kaum Wind. An Tagen, an denen keine Brise weht, ist es sehr schwül. Die Wassertemperatur beträgt normalerweise 24ºC, ideal zum Abkühlen! Der heißeste Monat ist in der Regel der August.

Winter (November bis Mai): Mindesttemperaturen von 16ºC und Höchsttemperaturen von 23ºC, die Hälfte der Zeit ist es normalerweise bewölkt und es kann etwas regnen. Dies ist die Jahreszeit mit dem meisten Wind, in einigen Gebieten sogar recht stark. Die Wassertemperatur sinkt auf 19ºC, für meinen Geschmack etwas kalt. Der kälteste Monat ist in der Regel der Februar.

Bester Monat für einen Inselbesuch

Um den besten Monat für einen Inselbesuch zu beschreiben, muss man zwei Aspekte berücksichtigen: die beste Zeit für den Tourismus und die beste Zeit für einen Strandbesuch.

Wenn du Aktivitäten im Freien unternehmen möchtest, mit sonnigen Tagen, ohne Regen und bei angenehmen Temperaturen (zwischen 20ºC und 27ºC), empfehle ich dir, von Ende Mai bis Ende August zu kommen. Der Juni ist dabei der angenehmste Monat.

Wenn du einfach nur an den Strand gehen willst und dies ebenfalls an sonnigen Tagen, ohne Regen, aber mit einer höheren Temperatur (zwischen 24ºC und 28ºC draußen und warmen Wasser) empfehle ich dir, von Ende Juni bis Ende September zu kommen. August ist der ideale Monat für Strandurlaub.

Rat

September ist ein guter Monat, wenn du die Überfüllung durch Touristen während der Ferienzeit vermeiden willst. Auch der Wind lässt in diesem Monat nach und es nicht mehr ganz so heiß, so dass es sehr angenehm ist. Stattdessen riskierst du vielleicht mal einen bewölkten Tag.

Klima nach Regionen

Auf der Insel Gran Canaria gibt es mehrere Mikroklimata. Dies ist auf die Passatwinde, der konische Form und ihre fast 2000 Höhenmeter zurückzuführen. Die Passatwinde wehen gewöhnlich aus dem Norden, und die Berge wirken als natürliche Barriere, die die Wolken und ihre Feuchtigkeit einfangen. Dieser Effekt macht den Norden sehr grün und den Süden völlig trocken. Dies ist auf der Küstenebene, aber die Höhe beeinflusst auch das Klima. Da die Wolken in einer Höhe von etwa 1.500 Metern hängen bleiben, wirkt sich das auch direkt auf die Luftfeuchtigkeit und Temperatur und somit auf die Landschaft, Flora und Fauna aus. Wenn sich die Windrichtung ändert, wirkt sich dies vollständig auf das Wetter auf Gran Canaria aus, zum Glück geschieht dies nur selten und wenn dann nur für einige Tage.

Wenn wir die Insel nach ihrer Höhe in drei Hauptzonen unterteilen und jede in ihrem nördlichen und südlichen Teil haben wir folgende Zonen:

Küstenzone (bis 500 Meter): Die nördliche Zone ist in der Regel windig, wolkig und mit vielen Wellen. Die südliche Zone ist vor Wind und Wellen geschützt, es ist fast immer wolkenlos und es regnet normalerweise nicht. Es ähnelt einer Wüste und es ist heiß. Es ist die ideale Zone für den Strand.

Mittlere Zone (von 500 bis 1500 Meter): Die nördliche Zone ist nachts sehr feucht und kalt, es regnet für gewöhnlich und wenn es das nicht tut, lassen es die Wolken so aussehen. Die Vegetation ist sehr grün, so dass sie sich ideal für Ausflüge in die Natur eignet. In der südlichen Zone gibt es keine Vegetation und tagsüber ist es meistens sehr heiß.

Gipfelzone (mehr als 1500 Meter): In der Gipfelzone kann man den gleichen Effekt wie in der mittleren Zone beobachten, aber es ist nicht so feucht. Das ist sehr wichtig, denn Kälte ist in Kombination mit Feuchtigkeit etwas sehr Unangenehmes. Vom Gipfel aus kann man die Wolkendecke oft sehen. Tagsüber ist es ziemlich heiß und nachts ist es kalt, da es meist sehr klar ist. Definitiv dick anziehen bei eventuellen Nachtausflügen. 

Ost- und Westzone: Ich bin nicht näher auf diese Zonen eingegangen, da sie eine Mischung aus den vorherigen sind. Die Ostzone der Insel ist immer noch trocken und ziemlich windig, ideal für diejenigen, die Wind- oder Kitesurfen praktizieren möchten. Du wirst sehen, dass es voll von Windgeneratoren ist, da dort der Wind meistens sehr stark weht. Das westliche Gebiet ist etwas grüner, aber ziemlich steil an der Küste, was es vor den Auswirkungen des Tourismus und der Stadtentwicklung bewahrt hat. Die Autobahn endet genau hier.

Welcher Region ist besser?

Nun, wie du bisher sehen konntest, ist das Wetter auf Gran Canaria sehr wechselhaft. Es gibt eine große Auswahl, und es hängt wirklich davon ab, was du suchst. In diesem anderen Artikel habe ich einige allgemeine Tipps zur Planung deiner Reise zusammengestellt. Ich werde versuchen, dir zu helfen, aber die endgültige Entscheidung liegt ganz bei dir.

Winter

Wenn du im Winter kommst, vor allem im Februar, wirst du wahrscheinlich kein so gutes Wetter vorfinden, wie du dir gedacht hast. Obwohl dies relativ ist, gibt es Länder mit Schnee und hier kann man in kurzen Ärmeln rumlaufen. Wenn du an den Strand gehen willst, gehe  auf jeden Fall in den Süden der Insel, vor allem in die Gegend von Mogán, die sehr schön und nicht so touristisch geprägt ist wie Maspalomas.

Das nördliche Gebiet ist wahrscheinlich nicht die beste Option, das Wetter kann gut sein oder auch nicht. Wenn du vorhast, in die Berge zu gehen, denke daran, dass es regnen und ein bisschen kalt werden kann. Die Feuchtigkeit lässt jede Kleidungsschicht zu kalt aussehen. 

Sommer

Im Sommer wird das Wetter super sein, fast nur mit wolkenlosen Tagen und ohne Regen. In diesem Fall empfehle ich, dass wenn du Mitte August kommst, versuchst vom südlichen Teil der Insel fernzubleiben. Es wird voller Menschen und mit einer erstickenden Hitze sein.

Im Allgemeinen konzentriert sich der Tourismus auf den Süden und auf die Hauptstadt. Eine interessante Option ist der Aufenthalt im östlichen Teil der Insel. Die Hauptstadt ist 15 Minuten und der Süden weniger als 30 Minuten entfernt, du hast also die Wahl. Ich empfehle das Küstengebiet von Telde, insbesondere den Strand von Melenara. Es gibt zwar Ferienwohnungen, aber praktisch keine Touristen. Ein weiteres für Ausländer wenig bekanntes Gebiet ist Arinaga, obwohl es hier etwas windig ist.

Wenn du die Hitze vermeiden willst, steht auch die Hauptstadt zur Auswahl. Der Strand von Las Canteras ist ein riesiger und sehr schöner natürlicher Swimmingpool. Zu dieser Jahreszeit kannst du auch eine Unterkunft auf dem Land in Betracht ziehen, aber versuche dies außerhalb der heißesten Monate.

Wetterphänomene

Die panza de burro (wortwörtlich Eselsbauch)

Aufgrund der Passatwinde und der Form der Insel bildet sich in der Regel im nördlichen Teil eine permanente Wolkendecke. Der Wind schiebt die Wolken weg und die Berge halten sie auf. Dieses Phänomen ist üblicherweise in den Monaten Juli und August stärker ausgeprägt, und hier ist es als panza de burro (Eselsbauch) bekannt. Vergiss das nicht, wenn du in der Hauptstadt unterkommst, da der Strand von Las Canteras in der Regel vollständig betroffen ist. Im Sommer löst sich dieses Wolkenphänomen in der Regel ab Mittag auf.

Kanarische Inseln von oben mit Sandsturm
Kanarische Inseln und Wolkenmeer aus dem Satelliten aufgenommen / Foto: NASA

Die panza de burro ist ein zweischneidiges Schwert, an heißen Tagen ist sie nützlich, weil sie wie ein natürlicher Sonnenschirm wirkt, aber sie kann auch einfach den Tag ruinieren, weil sie die Sonne den ganzen Tag verdeckt. Es kann passieren, dass im Süden der Insel hohe Temperaturen herrschen, die ziemlich unangenehm sind und es stattdessen im Norden durch diesen Effekt ein sehr angenehmer Tag werden kann.

Nicht vergessen:  Wenn es im Norden der Insel bewölkt wird, ist es im Süden sicherlich heiter. Sollte es im Süden hingegen sehr heiß sein, kannst du im Norden eine wesentlich angenehmere Temperatur genießen.

Calima – Sandsturm

Calima ist der Name, der auf den kanarischen Inseln in Luft schwebender Feinstaub genannt wird. Dieser kommt vom afrikanischen Kontinent wenn ein Sandsturm in der Sahara tobt. Wenn Calima herrscht, nimmt die Luft einen diesigen und gelben Aspekt an, der die Sichtweite manchmal bis auf weniger als 50 Meter verringert.

calima auf den Kanarischen Inseln
Calima erreicht die Kanarischen Inseln / Foto: NASA

Das Vorkommen dieses Phänomens hat einen direkten Einfluss auf das Wetter in Gran Canaria. Es ist etwas, was oft vorkommt und normalerweise kein Problem darstellt, da es üblicherweise sehr leicht verläuft. Es ist ganz einfach zu sehen, wenn Calima herrscht: schaut man in Bergrichtung, kann man einen leichten gelben Nebel sehen. Man kann es aber auch ganz einfach an den Autos sehen, die mit einer leichten Staubschicht bedeckt sind. Nach zwei bis drei Tagen ist dann alles wieder vorbei.

Wenn die Staubmenge etwas höher ist, erzeugt sie einen Treibhauseffekt, so dass das Gefühl der schwüle Hitze stark ausgeprägt ist. In diesem Fall muss man einfach viel Wasser trinken und versuchen, sich irgendwo in Küstennähe, des Strandes oder des Pools abzukühlen. Wenn du keine ernsthaften Atemprobleme hast, mach dir keine Sorgen, denn es ist nicht schädlich. Sollte das Gegenteil der Fall sein, empfehle ich dir einfach eine Maske zu tragen.

Kurioses

Die schlimmste Calimawelle seit 40 Jahren ereignete sich im Februar dieses Jahres. Allein auf Gran Canaria fielen 61.000 Tonnen Staub. Es war so stark, dass Karneval ausfallen musste, was möglicherweise dazu beigetragen hat, zahlreiche Coronavirus-Infektionen zu verhindern. Drei Tage lang war der Himmel vollständig orange gefärbt.

Calima hat aufgrund der Mineralien, die sie enthält, seit Millionen von Jahren als starker Dünger gegolten  und ist nicht nur für die Artenvielfalt der Kanarischen Inseln, sondern auch für die des Amazonas, des größten Waldes der Welt, von entscheidender Bedeutung.

Sonnenstunden

Ein weiterer Aspekt, der das Wetter auf Gran Canaria attraktiv macht, ist der Durchschnitt von 12 Stunden natürlichem Licht. Der kürzeste Tag des Jahres ist im Dezember mit 10,5 Stunden, und der längste Tag ist im Juni mit fast 14 Stunden Licht.

Ich rate dir, wenn du eine sonnenempfindliche Haut hast, einen guten Sonnenschutz mitzubringen und zwar mindestens Faktor 50. Der UV-Index (ultraviolett) ist normalerweise sehr hoch (nicht vergessen, wir befinden uns näher am Äquator!) und es ist völlig normal, Touristen mit roter Farbe ähnlich einer Gamba zu sehen. Wenn du noch nie an einem Sonnenbrand gelitten hast, das ist weder gesund noch angenehm und kann dir den Urlaub ruinieren. Meine Empfehlung ist, die direkte Sonne zwischen 13 und 17 Uhr zu meiden. Du musst dich nicht auf Teufel komm raus bräunen, ein Sonnenbrand lohnt sich nicht.

Temperaturen pro Stunde

Ein Merkmal, das das Wetter auf Gran Canaria beeinflusst, ist die Kombination aus den Passatwinden und der Kaltwasser-Meeresströmung aus dem Atlantik. Dies sorgt für eine natürliche „Abkühlung“ und trägt dazu bei, ein sehr angenehmes Klima zu erhalten, verglichen mit anderen Punkten auf demselben Breitengrad (wir befinden uns direkt neben einer riesigen Wüste).

In dieser Grafik siehst du die Temperatur nach Monat und Tageszeit. Der dunkelste Bereich zeigt die Nacht und der hellste Bereich den Tag an. Auf der rechten Seite siehst du die Stunden.

Durchschnittstemperatur Gran Canaria
Jahresdurchschnittstemperatur auf Gran Canaria

Regenwahrscheinlichkeit

Es ist ziemlich ungewöhnlich, dass es auf den Inseln regnet, vor allem im Süden. Die Saison, in der es regnen kann, geht von Mitte November bis Mitte Januar. Die verbleibenden 10 Monate können als trocken angesehen werden, aber wenn du sichergehen willst, dass es nicht nass wird, ist Juli definitiv der trockenste Monat.

Wolkenwahrscheinlichkeit

Das ist nur für den nördliche Region der Insel relevant. Die klarsten Monate sind von Ende Mai bis Mitte September. Juli wirst du kaum Wolken am Himmel beobachten können.

Die wolkigen Monate sind von Mitte September bis Ende Mai. Der November ist der Monat mit der höchsten Wahrscheinlichkeit an Wolkenaufkommen, zu 40% bewölkt oder zu 60% teilweise bewölkt.

Kleidungswahl nach Saison

Wie ich dir bereits sagte, hängt das Wetter auf Gran Canaria stark davon ab, in welcher Region du dich befindest und ob es Sommer oder Winter ist. Es gibt ein Sprichwort, das besagt: „Wenn du eine Inselrundfahrt machen willst, nehme dir eine chamarrita (etwas Warmes) mit, nur für den Fall…“ Als allgemeine Empfehlung kann ich dir Folgendes mit auf den Weg geben:

Wenn du nur zum Strand gehst:

  • Im Sommer: Shorts, kurzärmliges Hemd und Flip Flops
  • Im Winter: Die kurzen Hosen hängen vom kalten Wetter ab, tagsüber kann man sie tragen, aber nachts ist es besser, etwas Warmes mitzunehmen.

Wenn du die Insel sehen möchtest oder in den Bergen unterwegs bist:

  • Im Sommer: Genau dasselbe wie an der Küste, aber nehme dir eine Jacke mit für wenn die Sonne untergeht. Trauen nie der Hitze, die du tagsüber erlebst
  • Im Winter: Zwiebelprinzip sehr empfehlenswert, aber auch Thermokleidung. Die Feuchtigkeit macht das Kältegefühl unerträglich

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